H Ö P

Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Hockenheim

HÖP kurz erklärt

Hier finden Sie kurze Erläuterungen rund ums HÖP und Verweise auf einzelne Themen dazu.
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Einfach eine kurze Email an redaktion@höp.info senden.

Was ist das HÖP ?

ein Hochwasserschutz- und Ökologie-Projekt des Regierungspräsidiums Karlsruhe mit der Stadt Hockenheim, finanziert überwiegend aus Mitteln des Landes und der Stadt. Es dient u.a. der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Im Artikel “ Das Ö im Höp“ kann man die rechtlichen Rahmenbedingungen nachlesen.

Was ist mit „Ökologie“ gemeint ?

Das Ökologie-Projekt fördert die biologische Vielfalt einer Auenlandschaft an einem natürlichen Fluss. Mit Fischen, Vögeln, Insekten, Pflanzen und vielem mehr. Nachzulesen unter „Wie sieht ein naturlicher Fluss aus?„. Als Grün- und Wasserzone kann das Gelände außerdem die Auswirkungen des Klimawandels mildern. Natürliche Bäche und Flüsse sind aufgrund extremer menschlicher Nutzung und Verbauung in Deutschland sehr selten geworden.

Warum macht man sowas mitten in der Stadt ?

wegen des Hochwasserschutzes. Durch die Zusammenlegung von Mühl- und Kraichbach und die Ausweitung des Überschwemmungsgebietes soll Hockenheim vor einem 100jährigen Hochwasser geschützt werden. Dabei wurden die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllt: Herstellung von Durchgängigkeit, besonders für wanderne Fische (Fischtreppe an der Wiese am Biergarten), Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Infos zu den Fischen finden Sie in diesem Beitrag.

Warum soll ich eigentlich das Gelände nicht betreten?

um die Lebensräume der Tiere und Pflanzen zu schonen. Auskunft geben die Schilder vom Regierungspräsidium und der Stadt, die am HÖP aufgestellt wurden. Näheres finden Sie im Beitrag „Die Schilder am HÖP“.

Warum ist das Wasser geeignet für Fische, aber nicht für Menschen?

Weil das Wasser, vor allem im Sommer, überwiegend aus Kläranlagen stammt. Was für Fische Nahrung sein kann, ist für Menschen ein unappetitlicher Mix aus „Bakterien, Viren und tierischen Einzellern“ bzw. „Fäkalkeimen“, die aus der Kanalisation stammen. Vertiefende Infos dazu liefert die Wissenschaft. Dass auch Fische einer Kombination aus Starkregen, Kanalüberlauf und Hitze nicht gewachsen sind, zeigte sich am 23. Juni 2021, als tote Fische den Kraichbach hinabtrieben und zum Teil am HÖP anlandeten.

Wieso sollten Kindern nicht im Wasser planschen ?

Die Wasserqualität ist nicht geeignet zum Baden. Kein Elternteil würde auf die Idee kommen, seine Kinder in einer Toilettenschüssel planschen zu lassen.  Der Kraichbach wird vor allem im Sommer überwiegend aus geklärtem Abwasser gespeist (siehe oben). Die Kläranlage Hockenheim mitgerechnet, leiten von der Quelle bis Hockenheim insgesamt acht Kläranlagen in den Kraichbach ein. Bei Starkregen läuft das Abwasser, vermischt mit dem Regenwasser, auch ungeklärt aus der Kanalisation in den Bach. Weitere Einzelheiten zum Kanalisationseinlauf in den Bach finden Sie im Beitrag „Schonen und Schützen„.

Warum ist der Kiesbelag kein Strand ?

Der Kiesbelag ist künstlich angelegt, weil es an einem natürlichen Bachlauf ebenfalls solche Flächen gibt; hier kann sich eine spezielle Vegetation entwickeln. Solche Kiesflächen sind aufgrund extremer Nutzung sehr selten geworden. Die Kiesflächen im Wasser hier und an der Kiesinsel dienen den zum Teil geschützten Fischarten als Laichplätze. Mehr Informationen zu den „wilden“ Pflanzen am HÖP und warum man die Flächen nicht betreten soll, finden Sie hier.

Was haben denn dann die Menschen davon, wenn man nix machen darf ?

Das Gelände wurde als Hochwasserschutzprojekt ausgelegt, weil im Zuge des Klimawandels deutlich mehr Überschwemmungen (wie übrigens auch Dürrephasen) zu erwarten sind, nicht als Freizeitgelände. Um die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen, wurde das Projekt ökologisch aufgewertet und mit den Biotopen eines natürlichen Flusses ausgestattet. Dass man in einer Hochwasserschutzanlage mit Biotopcharakter spazierengehen, radfahren, sich setzen und die Natur genießen kann, ist also etwas Besonderes.

Der Mehrwert für Hockenheim besteht hier in einer einmaligen Chance, ein Gespür für Natur direkt vor der Haustür zu entwickeln, was auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern genauso angenommen wird. Dabei steht das Beobachten, Staunen und Geniessen an erster Stelle. Das HÖP ist ein wichtiger Beitrag, um dem Artensterben und den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. So erhalten unsere Kinder eine Chance, Natur auch in Zukunft noch zu erleben.

Mein Hund will nur im Wasser planschen, er ist doch auch Teil der Natur!

Wir haben volles Verständnis, dass auch Hunde im Wasser planschen und sich abkühlen wollen, aber bitte nicht an den 800 Metern des Ökologieprojekts. Auf die Tierwelt wirken Hunde wie Raubtiere – Beutejäger. Sie verstören die Tiere, verunsichern sie, so dass sie nicht zum Brüten kommen, zertreten ev. den Laich im Wasser. Ein solches Übermaß an „Raubtieren“ gibt es in der Natur normalerweise nicht.

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Thema von Anders Norén