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Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Hockenheim

Das HÖP im Winter

Es ist ziemlich kalt geworden, Schnee und Eis schaffen malerische Bilder am HÖP. Wir packen uns dick ein und versuchen tapfer, unsere Spaziergänge auch bei klirrendem Frost fortzusetzen.

Die Wilde Karde im Winter. Eine wichtige Futterquelle für Vögel. Foto: Heidenreich
Schwimmender Kormoran. Sie halten sich im Winter immer da auf, wo die Wasserflächen nicht zugefroren sind. Ob die HÖP-Kolonie stabil bleibt, ist abzuwarten. Foto: Heidenreich

Eine Faustregel aus der Biochemie besagt für alles Lebendige zunächst einmal: chemische Reaktionen bzw. Stoffwechselprozesse laufen langsamer, je kälter es ist (RGT-Regel). So suchen die wechselwarmen Fische sich z.B. Schlupfwinkel zwischen den Steinen oder im Schlamm und bewegen sich kaum noch.

Die Enten machen es anders; sie halten ihre Temperatur durch ihr geplustertes Federkleid mit wetterfesten Deckfedern und wärmenden Daunen darunter. Dafür, dass sie ebenso wie die Teichhühner nicht festfrieren, sorgt das sogenannte „Wundernetz“ der Vogelbeine: Hier liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. „Das arterielle Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurück transportieren. Im Wundernetz erwärmt das warme Blut das kalte – wie bei einem Wärmetauscher. Die Ente kühlt deshalb selbst dann nicht aus, wenn sie stundenlang auf dem Eis herumwatschelt. Dabei sind die Füße gut durchblutet – allerdings mit relativ kaltem Blut – weshalb kaum Wärme verloren geht und auch das Eis unter den Füßen der Enten nicht wegschmilzt.“ (Mehr Infos dazu beim NABU.)

Selbst im Winter ist das Füttern der Tiere nicht angebracht, sie finden selbst immer noch genügend Nahrung. Man hilft durch Füttern höchstens den Ratten und den Nutria, wobei letztere allerdings als Neozoa durchaus unter der bitteren Kälte leiden können.

Nutria-Höhle am Kraichbach. Man sieht sie jetzt gut, weil die Deckungsvergetation abgeschwemmt wurde. Foto: Heidenreich

Für den Eisvogel kann ein harter Winter schon problematisch werden, wenn er nicht an seine Nahrung, die Fische, herankommt, weil sie sich am Grund verstecken oder eine Eisdecke ihn am Eintauchen hindert.

Sehr viel Leben herrscht, für uns unsichtbar, unter der Schneedecke. Die Pflanzen und Keimlinge bereiten sich hier schon auf den Frühling vor. Pflanzen haben ebenfalls Kältestrategien entwickelt, die sie vor dem Gefrieren schützen. Ebenso die Insekten, die sich im Winter in der Erde, in Laubhaufen und ähnlichen Verstecken verkriechen. Manche von ihnen produzieren körpereigene „Frostschutzmittel“, etwa wie die Pflanzen in Form von Glycerin, die das Einfrieren verhindern.

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