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Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Hockenheim

Niedrigwasser und Trockenheit am HÖP

August 2022: Die heißen Tage wirken sich auch im HÖP-Gelände aus. Der Kraichbach führt weniger Wasser, zeigt aber dichten Bewuchs von Fadenalgen, Wasserhahnenfuß und teilweise Darmtang. Das üppige Wachstum der Pflanzen in dichten Teppichen fällt ins Auge. Solch massenhaftes Wachstum von Wasserpflanzen wird derzeit in ganz Europa beobachtet. Sie können ökologisch durchaus wertvoll sein, weil sie durch ihre vielfältige Struktur die Biodiversität fördern. Vor allem Kleinlebewesen profitieren davon. Die Fadenalgen deuten allerdings auf einen Überschuss von Nährstoffen, insbesondere Phosphaten hin. Der temperaturbedingte Sauerstoffmangel setzt die Tiere und Pflanzen im Bach stark unter Stress.

Wegen der seit Wochen herrschenden Wetterlage ist es daher im Rhein-Neckar-Kreis verboten, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen. Das kommt auch dem Kraichbach zugute. Ansprechpartner ist das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Hinweise zu den Regelungen im einzelnen finden sich hier.

Am Ufer verdorrt das Gras und auch einige Bäume halten der Dürre nicht mehr Stand. Dafür erlaubt der niedrige Wasserstand faszinierende Bilder von der Barbe, die im Kraichbach heimisch ist. Man erkennt sie an den dicken Barteln am Maul, von denen ihr Name abgeleitet ist.

Ein junger Reiher trocknet sein Gefieder. Ansonsten sieht man in der Hitze wenig Tiere.

Dass uns der Klimawandel nun so nahe kommt, ist für viele Menschen überraschend. In der Crowd-Science-Aktion #unser Wasser des SWR, mit der Informationen aus der Bevölkerung zu ausgetrockneten Gewässern gesammelt werden, sind in kurzer Zeit bereits über 1000 Beiträge zusammengekommen.Die interaktive Karte füllt sich täglich dichter.

Dies ist aber erst der Anfang. Hitze und Dürre werden die Ernten in Deutschland und weltweit beeinträchtigen, mit Folgen von Hunger bis zu hohen Nahrungsmittelpreisen; die Wälder werden, zumindest in der Oberrheinebene, dem Trockenstress nicht standhalten, ganz abgesehen von den Bränden, die immer weiter um sich greifen. Die wachsende Anzahl von Hitzetagen macht den Menschen gesundheitlich stark zu schaffen. Es ist also höchste Zeit, Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels in die Tat umzusetzen.

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Thema von Anders Norén